Die Art und Weise wie das Internet genutzt wird hat sich mit dem Aufkommen von Social Media stark verändert. Immer mehr erkennen auch Unternehmen Social Media als Chance und nehmen aktiv teil. Oft fehlt jedoch eine strategische Annäherung an das Thema, und es werden mehr oder weniger „planlos“ die einzelnen Kanäle bespielt. Manchen ist gar nicht bewusst, ob sie eine Strategie haben. Warum ein strategisches Vorgehen wichtig ist und sich auch auszahlt, und welche Schwierigkeiten beim Umsetzen einer Social-Media-Strategie auftreten können, erläutere ich in diesem Artikel.

Warum brauchen Unternehmen eine Social-Media-Strategie?

Social Media als Teil der übergeordneten Kommunikationsstrategie verlangt einen engen und kontinuierlichen Austausch zwischen den Akteuren der externen Unternehmenskommunikation (Marketing / Werbung und PR / Öffentlichkeitsarbeit). Diese sind auch am meisten involviert und interessiert am Social-Media-Einsatz des Unternehmens. Doch mittlerweile betrifft Social Media das ganze Unternehmen.

Für ein erfolgreiches und ganzheitliches Agieren müssen auch andere Unternehmensbereiche wie Personal, Vertrieb und natürlich der Kundenservice mit einbezogen werden. Je mehr Personen / Abteilungen involviert sind, desto wichtiger ist die Erarbeitung von Richtlinien sowie die Regelung von Abläufen und Prozessen – sonst ist Chaos vorprogrammiert.

 

Vorteile einer Social-Media-Strategie

Das Erarbeiten einer Social-Media-Strategie zahlt sich aus und hat Auswirkungen auf viele Bereiche. Reichweite und Steigerung des Bekanntheitsgrads sind wohl Ziele, die jeder bewusst oder unbewusst verfolgt. Doch allein von Reichweite und Bekanntheit fängt die Unternehmenskasse auch nicht zu klingeln an. Sind Reichweite und Bekanntheitsgrad gestiegen und die Social-Media-Kanäle etabliert, sorgt das strategische Vorgehen dafür, diese wichtigen Werkzeuge gewinnbringend zu nutzen. 15 Vorteile einer Social-Media-Strategie sind beispielsweise:

 

1. Einheitliche, „stimmigere“ Darstellung des Unternehmens

Beim Entwickeln einer Strategie wird das übergeordnete Gesamt-Marketing-Konzept berücksichtigt, es muss nicht bei Null angefangen werden. Ziele richten sich nach den übergeordneten (Unternehmens)zielen, die Corporate Identity gibt Orientierung. Dies sorgt für Einheitlichkeit, hilft bei der Ansprache der Zielgruppen sowie bei der Content-Planung.

 

2. Effiziente Prozessabläufe

Prozesse lassen sich besser steuern, wenn Erfahrungswerte dokumentiert werden und eine gewisse Regelmässigkeit und Struktur eingehalten wird.

 

3. Erleichterung der internen und externen Kommunikation

Zum Beispiel helfen die Zuweisung von Aufgabengebieten und das Festlegen von Ansprechpartnern, die Kommunikation zu erleichtern. Auch kann die Zielgruppe besser angesprochen werden, wenn diese im Vorfeld gut recherchiert wurde.

 

4. Optimale Nutzung von vorhandenen Ressourcen und Infrastruktur

Wenn klare Regeln und Abläufe definiert werden, können die vorhandenen Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden. („Wer mach wann was wo?“)

 

5. Zeitersparnis

Durch zielgerichteteres und strukturiertes Arbeiten lässt sich viel Zeit einsparen. Wenn die Aufgaben klar definiert werden, lassen sich auch leichter passende Tools zur Arbeitserleichterung finden.

 

6. Erreichen der richtigen Zielgruppe und der passenden Kommunikationskanäle

Wer ist die Zielgruppe und auf welchen Kanälen hält sie sich auf? Wer das nicht im Vorfeld herausfindet verschwendet unnötig Zeit und Geld, da sämtliche Aktionen, auch wenn sie noch so gut sind, ins Nichts laufen.

 

7. Zielgerichtetes Handeln

Wird ein Ziel gesetzt, lassen sich erst Maßnahmen planen. Durch wahlloses Posten werden die Fans eher verwirrt und bringen das Unternehmen oft nicht mit dessesn eigentlichen Themen in Verbindung.

 

8. Einbinden von Stakeholdern

Wird strategisch vorausgeplant, können auch Menschen oder Unternehmen, die mit den Projekten in Verbindung stehen oder Interesse daran haben miteinbezogen werden, was sich vorteilhaft auswirkt (einerseits besseres Risikomanagement möglich, andererseits stärkere Multiplikatorenwirkung).

 

9. Monitoring und Controlling

Mehr Überblick über Interaktionen und aktuelle Geschehnisse. Mit dem langfristigen Messen von festgelegten Leistungskennzahlen lässt sich der Erfolg besser bestimmen (Erfolsgkontrolle).

 

10. Stärkung der Kundenbindung und Kundengewinnung

Bevor ein potenzieller Kunde kauft, hat er durchschnittlich sieben Mal Kontakt zum Unternehmen. Social Media ist ein toller Weg, um im Gedächtnis zu bleiben – ein strukturiertes Vorgehen schafft positiven Eindruck. Somit ist auch ein nachhaltiger Beziehungsaufbau möglich.

 

Wird die Social-Media-Strategie erfolgreich umgesetzt, gibt es als Rückmeldung oft Empfehlungen und gute Bewertungen. Empfehlungen und „Weitersagen“ (Word-of-Mouth) sind enorm wichtig für die Vertrauensbildung potenzieller Kunden. Dadurch wird die Kundenbindung gestärkt.

Ebenso kann ein strategisch durchdachtes Vorgehen positiv zur Suchmaschinenoptimierung beitragen. Durch das Erzeugen von Aufmerksamkeit für bestimmte Inhalte und die gezielte Verbreitung von Links zu bestimmten Seiten können Besucherströme treffsicher dort hingeleitet werden, wo man sie haben will.

 

Der Begriff „Stakeholder“ wir häufig in Bezug auf ein Projekt im Projektmanagement benutzt. Auf das Unternehmen bezogen sind Stakeholder Personen oder Gruppen, die in irgendeiner Art und Weise mit dem Unternehmen in Beziehung stehen oder ein Interesse am Unternehmen haben. Dies können zum Beispiel Shareholder, Lieferanten, Kreditgeber, Kunden und Mitarbeiter sein. Ebenso zählen Wettbewerber, Medien, Behörden und kritische Interessengruppen dazu, wenn sie die Unternehmensziele beeinflussen können.

 

Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Social-Media-Strategie

Nicht selten stossen Social-Media-Verantwortliche auf Probleme bei der Umsetzung einer Strategie. Viele Vorgesetzte sind noch der Meinung, Social Media, das ginge so nebenher. Folglich fehlt es oft an Personal und Budget.

Im Rahmen der Studie „Social Media in Unternehmen“ des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. geben 58 % der befragten Unternehmen fehlende Ressourcen wie Zeitaufwände, Kosten oder Personalmangel als Hürden an. An zweiter Stelle sorgen sich 49 % um den Datenschutz. 37 % empfinden die interne Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen als schwierig, und interne Widerstände seitens Betriebsrat oder Geschäftsführung erschweren 34 % der befragten Unternehmen das Erarbeiten einer Strategie. Weitere genannte Punkte sind fehlendes Know-How, mangelnde Beteiligung / Wahrnehmung der Zielgruppe, falsche oder fehlende Zuständigkeiten, Nicht-Erreichen der Zielgruppe über das Social Web, Kontrollverlust, falsche Umsetzung und negative Publicity.

 

Strategie-Check: Gehe ich in Social Media strategisch vor?

Ob ihr strategisch vorgeht oder es Zeit wird eine Strategie zu definieren, dafür liefert unser Strategie-Check einen Anhaltspunkt.

Strategie-Check Social Media

Social-Media-Strategie für KMUs

In kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die Schwierigkeiten, eine Strategie zu entwickeln oft noch ausgeprägter. Hier gilt, einen gesunden Mittelweg zwischen einerseits Planlosigkeit und andererseits Papierfluten und Regelwerken zu finden. Es kann sinnvoll sein, sich von Aussen unterstützund beispielsweise in Form einer Strategieberatung oder eines Workshops zu holen. Wenn durch eine externe Agentur eine Social-Media-Strategie erstellt wird, sollte zumindest das operative Vorgehen in mit den Personen besprochen werden, die für die Umsetzung der Strategie zuständig sind. Sonst kann es passieren, dass die Zuständigen einen Berg Papier vor die Nase geknallt bekommen und nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Deshalb ist es wichtig, die direkt Beteiligten miteinzubeziehen.

 

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